Wellenreiten Beim Fasten - Den Hunger Ausklingen Lassen!

Fasten birgt weniger die Gefahr der Heißhungerattacke und mehr die Gefahr echten Hungers, und zwar aufgrund des leeren Magens.

Man könnte nun auf die Idee kommen, dass längeres Fasten - sei es über viele Stunden oder gar Tage - den Hunger immer stärker werden lässt. Und dass das "regelmäßige Essen", welches uns als Maßstab verantwortungsvoller Ernährung gepredigt wird, die Hungerhormone schwächen würde. Interessanterweise scheint es genau anders herum zu sein. Und am Entscheidendsten: Hunger tritt in Wellen auf.


Den Hunger "reiten" wie eine Welle


Wellenreiten
Wellenreiten geht auch beim Fasten

Wie Dr. Fung auf seinem Blog schreibt, wirkt das Hungerhormon Ghrelin phasenweise - in Wellen. Wer die persönliche Erfahrung gemacht hat, kann schnell bestätigen, dass Hunger (wir reden nicht von Heißhunger) am allerehesten gewohnheitsmäßig auftritt. Wenn man also seit Jahren um 13:00 Uhr zu Mittag isst, dann wird der Körper auch die Erwartung haben, dass dieser Routine Folge geleistet wird. Wenn dann an manchen Tagen um 13:30 Uhr immer noch kein Hauch von Sättigung wahrnehmbar ist, wird es unangenehm.

Die positive Seite dieser Gewohnheit ist, dass man sie sowohl austricksen als auch brechen (und umprogrammieren) kann.

Zum Einen lässt sich der Hunger austanzen. Oder wie Dr. Fung sagt: "riding the waves". Die Wellen des Hungers ganz gemächlich reiten, indem man sich bewusst macht, dass dieser Hunger wieder vergeht, und entsprechend handelt.

Zum anderen besteht natürlich auch die Möglichkeit eines Reset, also eines Zurücksetzens der alten Gewohnheiten. Vielleicht möchte man sich zum Beispiel angewöhnen, ganz ohne Frühstück auszukommen (noch so ein Glaubenssatz, der in der westlichen Bevölkerung fest verankert ist: Frühstück?! Das ist doch die wichtigste Mahlzeit!).

Auch ein Hinauszögern als langsame Umgewöhnung ist möglich, also zum Beispiel täglich eine halbe Stunde später mit dem Essen beginnen, bis man bei der neuen Uhrzeit angekommen ist, die man zur Gewohnheit machen will. Dadurch lassen sich Snackpausen ausschleichen, die man sich angewöhnt hat.


Wie man den Hunger ausbremsen kann



Um den Hunger zu überwinden, der während der gewohnten Uhrzeit der Essensaufnahme am stärksten ist, eignen sich einige Mittel, die sogar in einer Fastenzeit total legitim sind.

Wasser alleine ist zwar eine akzeptable Lösung, wird aber von den meisten Menschen nicht als zufriedenstellend wahrgenommen. Noch mehr als ein Glas Wasser dämpft heiße Flüssigkeit den Hunger, und hier darf man sehr wohl auf ungesüßten Tee und Kaffee zurückgreifen.

Auch heiße Suppen sind in Ordnung, während der Fastenperioden am ehesten als Brühe ohne feste Bestandteile, dafür mit ordentlich Salz und den flüssig gewordener Gelatine aus gekochten Knochen, die man vor dem Verzehr entfernt hat. Wer es nicht ganz so streng mit festen Bestandteilen nimmt, kann die Flüssigkeiten mit Ballaststoffen andicken, das geht am besten mit Konjakmehl und, wenn einem eine Mischung seltsamer Kügelchen und Fasern im Glas nichts ausmacht, auch mit Chiasamen, Leinsaat oder Kleie.

Selbst dann, wenn diese Maßnahmen etwas notdürftig erscheinen, reichen sie aus, um das Hunger-Zeitfenster zu überbrücken. Die meisten Menschen werden sowieso nur bis zu 24 Stunden fasten und damit einmal pro Tag dennoch zu ihrer wohlverdienten Mahlzeit kommen. Es gibt also ein Licht am Ende des Tunnels.

Ich mit meinen Hardcore-Experimenten über mehrere Tage muss da schon etwas mehr Willensstärke zeigen. Aber es hilft in jedem Fall, sich bewusst zu machen, dass die Symptome vorwiegend psychologischer Natur sind. Es ist eben kein unfreiwilliges Hungern, sondern ein frei gewähltes Fasten, und eine Angst vor dem Verhungern braucht man in unseren heutigen Industrienationen schließlich nicht haben.

1 Kommentar:

  1. Hey,
    Das gilt auch für Essstörungen, von emotionalem Essen bis zu Binge-Eating und Bulimie. Stichwort "surfig the urge"
    Lg

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