Meine Abkehr Vom Fasten

Meine Leser versuche ich nicht nur in Bezug auf neue Lebensmittel und Abnehmtricks auf dem Laufenden zu halten. Manchmal muss auch einfach ein einfacher Artikel über meinen eigenen Kampf mit dem Gewicht her.

In den letzten Monaten war Fasten meine Hauptmethode beim Abnehmen. Leider auch beim Zunehmen. Ich wende mich deshalb vom Fasten ab. Hier die Geschichte dazu.


Fasten - das Problem mit dem Jojo-Effekt


Fasten
Kein Fasten mehr

Der Jojo-Effekt war eine meiner Sorgen beim Fasten. Eigentlich, nach dem, was ich gelesen hatte, wird dieser Effekt überbewertet. Sofern man nach dem Fasten "normal" und nicht ausufernd essen würde, wäre der Gewichtsverlust überwiegend. Das klang auch logisch, denn wenn man zwei Tage fastet, und am darauffolgenden Tag wieder mit der Nahrungsaufnahme beginnt, kann man gar nicht an einem Tag so viel essen, dass man die vorigen Tage damit zunichte macht.

Mein Problem war zweierlei, aber vielleicht doch auch einerlei. Denn sowohl mein Körper als auch mein Kopf sagten nach dem Fasten immer wieder: "Jetzt aber reinhauen! Jetzt gibt es was Leckeres!". Vielleicht war es aber nur mein Körper insgesamt, der meine Gedanken diktierte. Denn jegliche Vernunft habe ich dann über Bord geworfen.

Tatsache ist, dass jeglicher Erfolg durch das Fasten bei mir persönlich innerhalb weniger Wochen wieder durch "Nachfressen" zunichte gemacht wurde. Es mag nicht immer sofort so gewesen sein, jedoch über mehrere Wochen dann schon.

Die besondere Schwierigkeit liegt für mich darin, dass es nur "an" und "aus" gibt beim Fasten. Das Fasten an sich habe ich mir in erstaunlicher Weise so angewöhnt, dass es mir nicht mehr schwer fällt, auch für mehrere Tage. Wenn ich dann jedoch entscheide (durchaus selbstbestimmt), wann ich mit dem Fasten aufhöre, dann erlebe ich an dem entsprechenden Tag, dass ich sehr viel Nahrung zu mir nehme. Und ich spreche gar nicht mal von ungesunden Dingen. Selbst Erdnüsse und Käsesticks, die normalerweise satt machen und den Magen füllen, esse ich dann, als wären sie Schokolade. Immer mehr und immer wieder.

Ich habe verschiedene Dinge probiert. Eiweißshakes, Ballaststoffdrinks, große Salate. Der Punkt ist aber, dass fastenfreie Tage leider zu einer erhöhten Energieaufnahme führen. Und dann landen wir wieder bei Adam und Eva des Abnehmens, also bei den Kalorien. Was auch immer man macht, wenn man zu viel isst, hilft es eben nichts.

Mein Fehler war, dass ich davon ausgegangen bin, dass Fasten die "Abkürzung" beim Abnehmen wäre. Dass 2 Kilo pro Woche oder mehr dauerhaft möglich sind. Wenn ich auf die Gewichtstabellen der Monate vorher blicke, sehe ich aber, dass ich mit durchschnittlich einem Kilo pro Woche ohne große Qualen abnehmen konnte.

Und genau das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Wie fühlt man sich nach einer Woche abnehmen? Wenn ich mich 3 Tage mit Fasten quäle, dann wahnsinnig viel esse, dann wieder einen Tag aus Schuldgefühlen heraus faste, dann wieder zunehme, und zum Ende der Woche Süßigkeiten aus Frust esse, nehme ich im besten Fall nicht zu, habe aber den Eindruck, ich hätte gerade eine Hammerwoche Abnehmkur hinter mir.

Stattdessen kann ich gemächlich mit Low Carb abnehmen, kaum merken, dass ich abnehme, und am Ende der Woche trotzdem ein Kilo weniger wiegen. Dann dauert es lediglich einen Monat oder so mehr. Was ist also besser? Inzwischen glaube ich, die langsame und schonende Methode ist besser.

Wenn man abnehmen will, auch langfristig, sollte man nicht dauernd daran erinnert werden, dass man gerade abnehmen will. Letztendlich lässt sich der Körper meiner Meinung nach nicht austricksen. Wenn man fastet, dann holt sich der Körper die fehlende Energie, die fehlenden Aminosäuren (und was sonst noch daran hängt) wieder.

Ich mache jetzt das, was ich vorher gemacht habe. Damals war Fasten etwas, was ich vielleicht einmal alle paar Wochen für einen einzelnen Tag der Woche gemacht habe. Manchmal.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweise zu den Kommentaren:

-bitte nur konstruktive und nicht zynische, böswillige oder ähnliche Kommentare. Ich bin auch nur ein Mensch.
-auch gut gemeinte Kommentare werden eventuell nicht veröffentlicht, wenn eine kommerzielle Absicht erkannt wird (Backlinks, gepostete Adressen).
-die Freischaltung kann eine Weile dauern.

Plugin für ähnliche Posts bei WordPress, Blogger...